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Presse HN Stimme 4.8.2008
Gewonnen und doch verloren
Von Lars Müller-Appenzeller

Schlechte Mine zu nicht immer gutem Spiel: Timo Nieminen traf im Doppel
mit seinem Landsmann Lauri Kiiski nicht so viel wie von den vielen Zuschauern
erhofft.
Tennis - An der Wand des Turnierbüros des TC Bad Friedrichshall hängt
ein kleiner Zettel hoch über dem Kopf von Sportwart Udo Graser. Auf
dem Zettel steht ein Satz von Adolph Freiherr von Knigge: „Ohne Begeisterung,
welche die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt, wird nie etwas Großes
zustande gebracht.“ Mit Begeisterung übt Graser sein Amt aus, hat beispielsweise
für das Heimspielwochenende eine Tribüne organisiert: „Wir haben zwei
entscheidende Spiele um die Meisterschaft, da muss man den Zuschauern
etwas bieten.“ Und was die Mannschaft geboten hat: Vor rund 500 Zuschauern
besiegten die Friedrichshaller zwar gestern den Tabellenführer TC SW
Neckarau in hochklassigen, packenden Matches, konnten die Gäste aber
nicht von Platz eins verdrängen – gewonnen und doch verloren.
Kein Frust
Kurz nachdem das erste Doppel aus Neckarau den entscheidenden dritten
Punkt gemacht hatte – Friedrichshall hätte für Platz eins einen 7:2-Sieg
benötigt – stellten Ralph Knupfer und Patrick Rittenauer immerhin den
Gesamtsieg für Bad Friedrichshall sicher. Trainer Dirk Schwarzer sagte:
„Natürlich wären wir gerne Erster geworden. Es kribbelt, wenn man so
etwas erreichen kann.“ Das war zu sehen, zu hören und zu spüren. „Aber
es bleibt überhaupt kein Frust. Für uns und die Zuschauer bleibt in
Erinnerung: Wir haben ein richtig tolles Wochenende mit hochklassigen
Spielen und zwei Siegen gesehen.“
Der Gegner am Samstag, der SSV Ulm, war mit buchhalterischer Präzision
8:1 abgearbeitet worden. Timo Nieminen, der am Freitag noch ein Turnier
in Tampere gespielt hatte, war erst am Mittag aus Finnland angekommen
und konnte so nur im Doppel eingesetzt werden.
Faust auf Faust: Das dritte Doppel mit Ralph Knupfer (links) und Patrick
Rittenauer hat gestern Abend den wichtigen fünften Punkt geholt.Fotos:
Alexander Bertok
Win-win-Situation
Am Sonntag war die Ausgangslage aus Bad Friedrichshaller Sicht entspannt,
schließlich war das primäre Ziel, der Klassenerhalt, längst erreicht.
Neudeutsch ausgedrückt hatten Schwarzers Mannen eine Win-win-Situation:
Es gab nichts zu verlieren. „Deshalb hat Timo in der Kabine das Motto
ausgegeben: Party anyway.“ Freiherr von Knigge hätte es vielleicht so
gesagt: Wer weiß, dass er so oder so Grund zum Feiern hat, kann Großes
zustande bringen.
Augen zu und durch: Der kleine Tom Gotzig hat sich für die große Entscheidung
den besten Platz ausgesucht. Er junge Mann hat immer den Überblick behalten.
Groß waren die Einzel-Erfolge von Lauri Kiiski, Peter Mayer-Tischer,
Christian Groh und vor allem Ralph Knupfer. Timo Nieminen hatte gegen
den jungen Portugiesen Rui Machado keine Chance. Mit 4:2 ging es also
in die Doppel. Dass die Friedrichshaller alle drei Doppel gewinnen können,
hatten sie im ersten Saisonspiel in Wiesloch gezeigt. Dort war alles
ins Laufen gekommen. Dass die finnische Paarung gegen Neckarau das erste
Doppel verlor, war „sehr unerwartet“ (Schwarzer). „Deshalb bekommen
unsere beiden Finnen heute Abend bei der Abschlussparty nur Wasser zu
trinken“, kündigte Ralph Knupfer an, der nachschob: „Das war eine richtig
starke Saison. Heute gehen wir steil.“ Bei Musik und einem Überraschungsfeuerwerk
der Herren-55-Mannschaft wurde bis in die Nacht gefeiert.
Auch wenn sie das Spiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst
haben, gibt es dennoch einen achten Spieltag: Patrick Rittenauer heiratet
am Wochenende. Die begeisternden Feiern des TC Bad Friedrichshall gehen
weiter.
TC Bad Friedrichshall – TA SSV Ulm 1846 8:1
Lauri Kiiski - Xavier Audouy 2:6, 7:6, 5:7; Peter Mayer-Tischer - Michael
Nüsslein 6:2, 6:0; Christian Groh - Markus Bartosch 6:2, 7:6; Ralph
Knupfer - Philippe Stark 6:4, 6:2; Bastian Schütz - Christian Jäckle
6:2, 2:6, 6:0 (Aufgabe Jäckle beim Stand von 2:0); Patrick Rittenauer
- Peter Kristen 6:0, 6:0. - Timo Nieminen/Kiiski - Audouy/Bartosch 6:3,
6:2; Mayer-Tischer/Groh - Nüsslein/Stark 6:3, 6:7, 7:6; Knupfer/Rittenauer
- Jäckle/Kristen 6:0, 6:0 (Aufgabe Jäckle beim Stand von 2:0 im ersten
Satz).
TC Bad Friedrichshall – TC SW Neckarau 5:4
Timo Nieminen - Rui Machado 2:6, 3:6; Lauri Kiiski - Matthias Wellermann
6:1, 6:1; Peter Mayer-Tischer - Philipp Gründler 6:1, 6:1; Christian
Groh - Lennart Maack 6:1, 6:2; Ralph Knupfer - Florian Halb 3:6, 7:5,
6:2; Patrick Rittenauer - Daniel Steinbrenner 4:6, 2:6. - Nieminen/Kiiski
- Gründler/Maack 5:7, 4:6; Mayer-Tischer/Groh - Machado/George Cosac
6:7, 4:6; Knupfer/Rittenauer - Wellermann/Steibrenner 6:4, 6:4.
Presse HNSt 1.8.2008
Zimmerwechsel im Spielerhotel Luberacki
Von Lars Müller-Appenzeller
Auf Patrick Rittenauer und seinen TC Bad Friedrichshall kommt ein interessantes
Wochenende zu. Es geht um den baden-württembergischen Titel. Foto: Alexander
Bertok
Tennis - Beim TC Bad Friedrichshall geht es herzlich zu. Boris Borgula
sitzt bei einem Teller Pasta, als ihm plötzlich eine Dame um den Hals
fällt, ihm einen Kuss auf die Wange drückt und sagt: „Du bist einfach
der Bescht: Komme, spiele, gewinne und fort.“ Marianne Luberacki strahlt.
Die Spielerin der Damen-50-Mannschaft des TC Bad Friedrichshall steht
bei den Heimspielen der Regionalliga-Männer in der Küche und betreibt
seit Jahren mit ihrem Mann Franz „unser Spielerhotel“, wie Volker Eitrich,
der Erste Vorsitzende mit einem Augenzwinkern sagt.
Im Spielerhotel des TC Bad Friedrichshall in Hagenbach hat es vor dem
großen Saisonfinale einen Zimmerwechsel gegeben: Am Samstag gegen den
SSV Ulm 1846 und am Sonntag im designierten Endspiel um den Titel gegen
den TC SW Neckarau (Beginn jeweils 11 Uhr, der Eintritt ist frei) soll
erstmals bei einem Heimspiel die finnische Doppelspitze Timo Nieminen
und Lauri Kiiski aufschlagen. Boris Borgula hat wie berichtet Abschied
vom Verein genommen.
Acht Jahre lang war Borgula Gast unter dem Dach der Luberackis. „Boris
hat früher seinen Vater mitgebracht, auch seine Freundin“, sagt die
Herbergsmutter. Der letzte große Auftritt des 31 Jahre alten Slowaken
war am ersten Heimspielwochenende vor zwei Wochen. Da hatte der Hotelgast
für seine zwei Einzel- und zwei Doppel-Siege den Kuss von der Chefin
bekommen. „Bei Marianne und Franz, das ist wie mein Zuhause“, hat Borgula
damals gesagt. Tennisprofis wohnen sonst im Hotel. Borgula: „Da ist
man alleine, das macht keinen Spaß.“ Beim TC Bad Friedrichshall setzen
sie auf Familie, Spaß und Emotionen. Hier geht es herzlich zu.
Wie Urlaub
Das weiß auch Lauri Kiiski zu schätzen. Er wohnt seit Anfang Juli ununterbrochen
bei den Luberackis, fährt gemütlich mit dem Fahrrad rüber auf die Anlage
am Kocherwald ins Training und zu den Heimspielen. Sportwart Udo Graser
hat beispielsweise gleich am Anfang mit dem Neuzugang einen Stadtrundgang
durch Bad Wimpfen gemacht, eine Besteigung des Blauen Turms inklusive.
„Das war der Höhepunkt meiner ersten Woche hier“, sagt der Finne und
zeigt strahlend seine Zähne. So bekommt die Arbeit einen Hauch von Urlaub.
„Lauri ist ganz arg reizend nett, alle hier bei uns“, sagt Marianne
Luberacki, die mit ihren Damen 50 in der Württembergliga spielt. Ihr
Mann ist Vergnügungswart beim TC Bad Friedrichshall und gleichzeitig
der inoffizielle Fahrdienst. Die große Tennis-Familie sitzt oft zusammen.
Noch ist nicht klar, wann der neue Gast kommt. Der finnische Daviscup-Spieler
Timo Nieminen spielt derzeit beim Challenger-Turnier in Tampere. Im
Doppel steht er im Halbfinale, das erst heute gespielt wird. Trainer
Dirk Schwarzer sagt: „Er ist informiert, dass er kommen soll.“ Es könnte
also durchaus sein, dass Schwarzer erstmals in dieser Saison nur einen
Ausländer auf den Platz schicken kann und im Spielerhotel ein Zimmer
frei bleibt – ausgerechnet am entscheidenden Wochenende. Wenngleich
die Situation „für Außenstehende verwirrend“ ist und „viele Unbekannte
im Spiel“ sind, betont Schwarzer: „Wir wollen baden-württembergischer
Meister, sprich Erster werden.“
So sieht die Ausgangslage aus: Bad Friedrichshall ist mit 4:1 Siegen
Tabellenzweiter hinter Neckarau (5:0), das in Bestbesetzung antreten
dürfte (Schwarzer: „Sie haben verstehen lassen, dass sie wieder in die
2. Bundesliga wollen“). Gesetzt, dass der Spitzenreiter am Samstag beim
Schlusslicht Wiesloch gewinnt und auch Friedrichshall gegen die auf
Platz fünf liegenden Ulmer (2:3) seine Hausaufgaben macht, steht am
Sonntag ein Endspiel an – dem noch ein weiteres folgen könnte.
Presse HnSt 23.7.2008
In der Zwickmühle
Von Lars Müller-Appenzeller

Weiße Kappe, weiße Weste: Chris Groh aus Crailsheim hat alle seine
bisherigen drei Einzel und drei Doppel der Saison für den TC Bad Friedrichshall
gewonnen.
Tennis - Tennis ist relativ einfach: Wer den letzten Punkt gewinnt,
der ist der Sieger. Bei Mannschaftsspielen wie in der Regionalliga Baden-Württemberg
– der TC Bad Friedrichshall ist hier nach drei Spieltagen Tabellenführer
– wird die Sache aber etwas komplizierter. Obwohl die Saison mit sieben
Spielen kurz und somit gut planbar ist, gibt es immer wieder Überraschungen,
weil Mannschaften nicht mit ihrer bestmöglichen Aufstellung antreten.
Volker Eitrich, Erster Vorsitzender des TC Bad Friedrichshall, gibt
zu: „Wir sind in der Zwickmühle.“
Sicher ist, dass die Friedrichshaller in den Auswärtsspielen am Samstag
beim TC Karlsruhe Rüppurr und am Sonntag beim TC Weinheim „in voller
Besetzung“ (Eitrich) spielen werden. Also werden die Heroen des vergangenen
Wochenendes auflaufen: Lauri Kiiski, Peter Mayer-Tischer, Chris Groh,
Boris Borgula, Ralph Knupfer, Bastian Schütz und Patrick Rittenauer.
Eitrich spielt die Möglichkeiten durch: „Kassieren wir zwei Niederlagen,
wäre das schlecht, denn dann wäre der Aufstieg abgehakt. Holen wir zwei
Siege, gilt es am Sonntagabend eine Entscheidung zu treffen.“
Volker Eitrich, Sportwart Udo Graser, Kassier Mike Stumpp und Trainer
Dirk Schwarzer müssen dann die Fragen beantworten: Sind am 9./10. August,
wenn die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga anstehen, alle Spieler da?
Und würden 2009 alle in der 2. Bundesliga spielen? Und bei allem gilt,
so Volker Eitrich: „Wir müssen an unser Budget denken. Und wollen ein
Déjà-vu-Erlebnis vermeiden.“ Vor zwei Jahren waren die Friedrichshaller
Erster geworden, um dann doch nicht in den Aufstiegsspielen anzutreten
– was für gehörigen Ärger gesorgt und fast zum Zwangsabstieg geführt
hatte. Schwarzer sagt deshalb: „Das ist eine ernstzunehmende Problematik.
Aber es wäre Unsinn, jetzt einen Gang zurückzuschalten.“
Zumal Rüppurr nun die Tabelle auf den Kopf stellen will. Chris Groh
erklärt: „Die Karlsruher spielen anfangs mit niemand.“ Und sind mit
ihrer bisherigen B-Mannschaft ohne Sieg Letzter. „Am Ende spielen sie
mit allen.“ Da sie Letzter sind und am Wochenende zwei Heimspiele haben,
dürfte das Ende erreicht sein. Groh: „Das ist Sch..., das ist Wettbewerbsverzerrung.“
Schwarzer: „Das ist ungesund fürs Mannschaftstennis. Eine gewisse Kontinuität
sollte gewährleistet bleiben.“
Auch der TC Weinheim soll für den Sonntag eine Überraschung parat haben:
„Wir haben läuten hören“, so Schwarzer, „dass Simon Stadler diese Saison
vier Einsätze haben wird. Bisher hat er nicht gespielt...“ Aber auch
ohne Stadler ist Weinheim (2:1-Siege) stark. „Für uns gibt es jetzt
keine Mannschaft mehr, die wir nicht schlagen können“, sagt Dirk Schwarzer
selbstbewusst. Er wird übrigens am Samstag wegen einer Weiterbildung,
die seit Montag in Berlin stattfindet, nicht mit von der Partie sein;
Peter Mayer-Tischer hat das Training übernommen. Dirk Schwarzer fehlt
erstmals, ist aber entspannt und sagt: „Die Mannschaft läuft, sie steht,
hat Struktur.“
Tennis kann relativ einfach sein.
PRESSE : HNST 21.7.2008
Jetzt ist der TC Bad Friedrichshall der Gejagte
Von Lars Müller-Appenzeller

Die Nummer eins als Schirmherr: Lauri Kiiski, der
neue Finne beim TC Bad Friedrichshall, hat bei seiner Heimspielpremiere
voll überzeugt und am Sonntag gegen den TC Radolfzell den entscheidenden
fünften Punkt gemacht.l
Tennis - Immer wieder wurden die gleichen Worte gestammelt: „Wahnsinn“,
„unglaublich“, „well done“. Als Lauri Kiiski gestern Nachmittag seinen
zweiten Matchball verwandelt und gegen den klar favorisierten TC Radolfzell
mit dem 5:1 bereits nach den Einzeln den Sieg klar gemacht hatte, mussten
sie beim TC Bad Friedrichshall erst einmal tief durchatmen. Trainer
Dirk Schwarzer klatschte sich mit seinen Spielern ab, die sich und Kiiski
beglückwünschten. Wahnsinn. Unglaublich.
Gut gemacht: Der TC Bad Friedrichshall ist nach drei Spieltagen in der
Regionalliga Baden-Württemberg ungeschlagen Tabellenführer und hat somit
das Saisonziel, den Klassenerhalt, vorzeitig erreicht. Vor einer Woche
gab es in Wiesloch einen 6:3-Sieg, dem am ersten Heimspielwochenende
am Samstag ein 7:2 gegen den TC Tiengen und gestern vor 250 Zuschauern
ein 6:3 gegen Radolfzell folgten. Schwarzer erleichtert: „Das ganze
Wochenende ist klasse gelaufen. Jetzt ist der Druck erst einmal weg.“
Voll konzentriert Tiengen, der Gast vom Rhein aus der Nähe von Waldshut,
hatte am Samstag keine Chance gehabt. „Wir waren alle voll konzentriert
und haben klare Siege gelandet“, bilanzierte Dirk Schwarzer. Am Sonntag
kam noch das nötige Glück hinzu. Beispielsweise der kuriose Matchball
von Patrick Rittenauer: Der Radolfzeller Simon Schwarzkopf verlor beim
Aufschlag den Schläger, die Friedrichshaller Nummer sechs kam gerade
noch an den Ball, doch bis Schwarzkopf das Arbeitsgerät wieder in der
Hand hielt, war die Filzkugel bereits das zweite Mal aufgesprungen.
„So gut habe ich schon lange nicht mehr gespielt“, sagte Rittenauer
nach dem 1:0. „Das war der Startschuss für uns“, kommentierte Schwarzer.
Neben Rittenauer gelang vor allem Peter Mayer-Tischer ein ganz starkes
Stück: Nach dem mit 6:4 gewonnenen ersten Durchgang deuteten sich Ende
des zweiten Satzes bei ihm Krämpfe in den Beinen an, der Satz ging mit
5:7 im Tiebreak verloren. Im dritten Satz musste er sein Spiel umstellen
(„Ich brauche meine Beine für mein Spiel“): Er lief wenig, riskierte
viel, rettete sich in den Tiebreak und gewann diesen gegen Tomas Jecminek
klar mit 7:2. Was beim 1:8 der Bad Friedrichshaller vor einem Jahr in
Radolfzell nicht geklappt hatte – sechs der neun Partien wurden im dritten
Satz entschieden und das jeweils zu Ungunsten von Boris Borgula &
Co. – nahm diesmal ein gutes Ende aus Sicht der Mannschaft von Dirk
Schwarzer. Der sagte: „Damals waren sie uns klar überlegen.“ Diesmal
war es ein Duell auf Augenhöhe.
Alle mühten sich, alle bekamen wohlverdienten Applaus – aber einer bekam
besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt: Lauri Kiiski. „Ist das der
neue Finne?“, wurde immer wieder gefragt. Ja, das ist der neue Finne.
Nach der Niederlage in Wiesloch – damals war er hinter seinem Landsmann
Timo Nieminen noch die Nummer zwei – holte er zu Hause jeweils den fünften
Punkt. „Das war für ihn, als auch für das Team sehr wichtig“, sagte
Schwarzer. Es geht ums sportliche Ansehen. „Das erste Spiel zu Hause
ist immer besonders wichtig“, sagte auch der 27 Jahre alte Student aus
Tampere am Samstag. „Obwohl der Gegner besser war als in Wiesloch habe
ich diesmal gewonnen.“ Bleibt die Frage: Wo führt diese Siegesserie
hin?

Für Norman Bingeser, Trainer des TC Radolfzell, ist klar: „Bad Friedrichshall
ist ganz klar ein Aufstiegskandidat.“ Dirk Schwarzer bleibt bescheiden:
„Wir schauen von Spiel zu Spiel.“ Das letzte Wort hat Volker Eitrich,
Erster Vorsitzender des TC Bad Friedrichshall: „In den nächsten Tagen
müssen wir uns nun überlegen, was wir wollen.“
TC Bad Friedrichshall – TC RW Tiengen 7:2
Lauri Kiiski - Dekel Valtzer 6:4, 6:4; Peter Mayer-Tischer - Stefan
Kilchhofer 6:3, 4:6, 1:6; Chris Groh - David Stojan 6:2, 6:3; Boris
Borgula - Roman Schirmaier 6:0, 6:0; Ralf Knupfer - Timo Beha 6:4, 6:0;
Patrick Rittenauer - Thomas Petrich 6:1, 6:1. - Kiiski/Borgula - Valtzer/Kilchhofer
7:6, 5:7, 7:6; Mayer-Tischer/Groh - Stojan/Petrich 6:1, 6:2; Knupfer/Schütz
- Schirmaier/Beha 2:6, 2:6.
TC Bad Friedrichshall - TC Radolfzell 6:3
Lauri Kiiski - Ivo Mijic 6:2, 3:6, 6:3; Peter Mayer-Tischer - Tomas
Jecminek 6:4, 6:7; 7:6; Chris Groh - Markus Krenn 6:3, 6:4; Boris Borgula
- Bastian Faißt 6:4, 7:6; Ralf Knupfer - Markus Andresen 6:7, 0:6, Patrick
Rittenauer - Simon Schwarzkopf 6:2, 7:5. - Kiiski/Rittenauer - Jecminek/Andresen
1:6, 5:7; Mayer-Tischer/Schütz - M. Krenn/C. Krenn 4:6, 0:6; Borgula/Groh
- Schwarzkopf/Hegge 4:6, 6:2, 7:6.
Zwei Tennisbälle und ein kluger Kopf: Der 27 Jahre alte Mann aus Tampere
studiert und fährt stets mit dem Fahrrad auf die Anlage des TC Bad Friedrichshall.
Immer cool bleiben: Der Finne hat sich aus jedem kleinen Tief herausgezogen.
Presse : HnST 18.7.2008
Bad Friedrichshall hofft das Beste
Von Lars Müller-Appenzeller
Kommt er? Kommt er nicht? Boris Borgula war am Donnerstag noch in Syrien.
Trainer Dirk Schwarzer sagt: „Ich gehe davon aus, dass er kommt.“Foto:
Dittmar Dirks
Tennis - Sportler sind gut beraten, positiv zu denken, immer das Beste
zu hoffen. Denn der Optimist wird eher Erfolg haben als der Pessimist.
Dirk Schwarzer, Trainer der Regionalliga-Mannschaft des TC Bad Friedrichshall,
ist von Berufs wegen Optimist – und Realist. Deshalb sagt er vor dem
ersten Heimspielwochenende seiner Mannschaft: „Ziel am Wochenende ist
es, aus den zwei Spielen einen Punkt zu holen.“
Morgen empfängt der Tabellenzweite den TC RW Tiengen, am Sonntag Tabellenführer
TC Radolfzell. Die Mannschaft vom Bodensee hatte am ersten Spieltag
zu Hause die Tiengener mit 7:2 (5:1 nach den Einzeln) besiegt. „Gegen
Tiengen sind wir in der Favoritenrolle, gegen Radolfzell sind wir Außenseiter“,
umreißt Schwarzer die Lage.
Dirk Schwarzer ist entspannt. Das liegt vor allem am 6:3-Auftaktsieg
vom Sonntag in Wiesloch – wer alle drei Doppel gewinnt, kann ruhig schlafen.
Zudem sind alle Spieler gesund. Aber es gäbe durchaus Grund zur Unruhe.
Es könnte bei der Aufstellung ein Problem geben. Grundsätzlich hat der
Trainer die Wahl: „Wir haben sehr gut trainiert, alle haben einen sehr
starken Eindruck hinterlassen, vor allem Ralph Knupfer. Und wir haben
eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft.“ Klar ist, dass Spitzenspieler
Timo Nieminen diesmal nicht dabei sein wird, da er mit Finnland im Daviscup
heute gegen Luxemburg das Eröffnungseinzel gegen Gilles Muller bestreitet.
Noch nicht klar ist, wann der Slowake Boris Borgula in Bad Friedrichshall
eintreffen wird. Er weilte, so Schwarzer, mit einem Spieler, den Borgula
betreut, gestern noch in Syrien auf einem Turnier. „Ich gehe davon aus,
dass Boris rechtzeitig kommt“, sagt Schwarzer. „Ich gehe immer vom Besten
aus.“ So sind Menschen, die den Erfolg planen. Für sie gibt es keine
Probleme, höchstens Herausforderungen.
So oder so werden an diesem intensiven Wochenende alle Bad Friedrichshaller
Spieler zum Einsatz kommen. Wie die Gäste antreten werden, ist reine
Spekulation. Dirk Schwarzer lässt deshalb den Gegner Gegner sein und
macht jedem seiner Spieler noch einmal seine Stärken klar. Das ist bei
der Nummer eins, dem neuen Finnen Lauri Kiiski, nicht einfach. Schwarzer:
„Ich kenne ihn noch nicht so gut.“ Über seine anderen Spieler sagt er:
„Peter Mayer-Tischer hat viel Erfahrung. Er macht keine komischen Sachen,
spielt sehr solide.“
„Christian Groh hat eine optimale Beinarbeit. Sportwart Udo Graser hat
das am Sonntag gefilmt. Wir werden Christian das Video zeigen.“
„Boris Borgula wird hier in guter Form erscheinen. Er spielt die siebte,
achte Saison hier. In Österreich hat er kürzlich in der Liga gespielt
und das erfolgreich.“
„Ralph Knupfer erkennt früh, wo der Gegner die Bälle hinspielt.“
„Bastian Schütz ist ein ganz großer Kämpfer. Gegen ihn ist es ganz schwer,
die Bälle totzumachen.“
„Patrick Rittenauer hat einen starken Aufschlag und in engen Situationen
eine gewisse Coolness.“
Dirk Schwarzer hofft also das Beste. Und das wäre der Klassenerhalt.
Mit zwei Siegen nach drei Spielen wäre das Beste sehr nah.
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