Willkommen beim TC Bad Friedrichshall


Regionalliga 2008       "Emotionen garantiert"

Furioser Start der Herren 1 in der Regionalliga 2008.
Gleich zu Beginn mit 3 Auftaktsiegen zur Tabellenführung.....
Nach dem 6:3 gegen TC Wiesloch folgte ein 7:2 gegen TC RW Tiengen
und am 20.7 ein 6:3 gegen TC Radolfzell.
Mit 7:2 folgte der 4. Sieg gegen TC Rüppur am 26.7.
Mit einem 3:6 gegen den TC Weinheim am 27.7 wurde der 5. Sieg knapp verpasst.

Der TC Bad Friedrichshall verpasst das Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga nur um zwei Matchpunkte........

Bericht 'Rundblick Bad Friedrichshall'


 
 

Presse HN Stimme 4.8.2008

Gewonnen und doch verloren

Von Lars Müller-Appenzeller


Schlechte Mine zu nicht immer gutem Spiel: Timo Nieminen traf im Doppel mit seinem Landsmann Lauri Kiiski nicht so viel wie von den vielen Zuschauern erhofft.
Tennis - An der Wand des Turnierbüros des TC Bad Friedrichshall hängt ein kleiner Zettel hoch über dem Kopf von Sportwart Udo Graser. Auf dem Zettel steht ein Satz von Adolph Freiherr von Knigge: „Ohne Begeisterung, welche die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt, wird nie etwas Großes zustande gebracht.“ Mit Begeisterung übt Graser sein Amt aus, hat beispielsweise für das Heimspielwochenende eine Tribüne organisiert: „Wir haben zwei entscheidende Spiele um die Meisterschaft, da muss man den Zuschauern etwas bieten.“ Und was die Mannschaft geboten hat: Vor rund 500 Zuschauern besiegten die Friedrichshaller zwar gestern den Tabellenführer TC SW Neckarau in hochklassigen, packenden Matches, konnten die Gäste aber nicht von Platz eins verdrängen – gewonnen und doch verloren.

Kein Frust

Kurz nachdem das erste Doppel aus Neckarau den entscheidenden dritten Punkt gemacht hatte – Friedrichshall hätte für Platz eins einen 7:2-Sieg benötigt – stellten Ralph Knupfer und Patrick Rittenauer immerhin den Gesamtsieg für Bad Friedrichshall sicher. Trainer Dirk Schwarzer sagte: „Natürlich wären wir gerne Erster geworden. Es kribbelt, wenn man so etwas erreichen kann.“ Das war zu sehen, zu hören und zu spüren. „Aber es bleibt überhaupt kein Frust. Für uns und die Zuschauer bleibt in Erinnerung: Wir haben ein richtig tolles Wochenende mit hochklassigen Spielen und zwei Siegen gesehen.“

Der Gegner am Samstag, der SSV Ulm, war mit buchhalterischer Präzision 8:1 abgearbeitet worden. Timo Nieminen, der am Freitag noch ein Turnier in Tampere gespielt hatte, war erst am Mittag aus Finnland angekommen und konnte so nur im Doppel eingesetzt werden.


Faust auf Faust: Das dritte Doppel mit Ralph Knupfer (links) und Patrick Rittenauer hat gestern Abend den wichtigen fünften Punkt geholt.Fotos: Alexander Bertok
Win-win-Situation

Am Sonntag war die Ausgangslage aus Bad Friedrichshaller Sicht entspannt, schließlich war das primäre Ziel, der Klassenerhalt, längst erreicht. Neudeutsch ausgedrückt hatten Schwarzers Mannen eine Win-win-Situation: Es gab nichts zu verlieren. „Deshalb hat Timo in der Kabine das Motto ausgegeben: Party anyway.“ Freiherr von Knigge hätte es vielleicht so gesagt: Wer weiß, dass er so oder so Grund zum Feiern hat, kann Großes zustande bringen.


Augen zu und durch: Der kleine Tom Gotzig hat sich für die große Entscheidung den besten Platz ausgesucht. Er junge Mann hat immer den Überblick behalten.
Groß waren die Einzel-Erfolge von Lauri Kiiski, Peter Mayer-Tischer, Christian Groh und vor allem Ralph Knupfer. Timo Nieminen hatte gegen den jungen Portugiesen Rui Machado keine Chance. Mit 4:2 ging es also in die Doppel. Dass die Friedrichshaller alle drei Doppel gewinnen können, hatten sie im ersten Saisonspiel in Wiesloch gezeigt. Dort war alles ins Laufen gekommen. Dass die finnische Paarung gegen Neckarau das erste Doppel verlor, war „sehr unerwartet“ (Schwarzer). „Deshalb bekommen unsere beiden Finnen heute Abend bei der Abschlussparty nur Wasser zu trinken“, kündigte Ralph Knupfer an, der nachschob: „Das war eine richtig starke Saison. Heute gehen wir steil.“ Bei Musik und einem Überraschungsfeuerwerk der Herren-55-Mannschaft wurde bis in die Nacht gefeiert.

Auch wenn sie das Spiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst haben, gibt es dennoch einen achten Spieltag: Patrick Rittenauer heiratet am Wochenende. Die begeisternden Feiern des TC Bad Friedrichshall gehen weiter.


TC Bad Friedrichshall – TA SSV Ulm 1846 8:1

Lauri Kiiski - Xavier Audouy 2:6, 7:6, 5:7; Peter Mayer-Tischer - Michael Nüsslein 6:2, 6:0; Christian Groh - Markus Bartosch 6:2, 7:6; Ralph Knupfer - Philippe Stark 6:4, 6:2; Bastian Schütz - Christian Jäckle 6:2, 2:6, 6:0 (Aufgabe Jäckle beim Stand von 2:0); Patrick Rittenauer - Peter Kristen 6:0, 6:0. - Timo Nieminen/Kiiski - Audouy/Bartosch 6:3, 6:2; Mayer-Tischer/Groh - Nüsslein/Stark 6:3, 6:7, 7:6; Knupfer/Rittenauer - Jäckle/Kristen 6:0, 6:0 (Aufgabe Jäckle beim Stand von 2:0 im ersten Satz).

TC Bad Friedrichshall – TC SW Neckarau 5:4

Timo Nieminen - Rui Machado 2:6, 3:6; Lauri Kiiski - Matthias Wellermann 6:1, 6:1; Peter Mayer-Tischer - Philipp Gründler 6:1, 6:1; Christian Groh - Lennart Maack 6:1, 6:2; Ralph Knupfer - Florian Halb 3:6, 7:5, 6:2; Patrick Rittenauer - Daniel Steinbrenner 4:6, 2:6. - Nieminen/Kiiski - Gründler/Maack 5:7, 4:6; Mayer-Tischer/Groh - Machado/George Cosac 6:7, 4:6; Knupfer/Rittenauer - Wellermann/Steibrenner 6:4, 6:4.


Presse HNSt 1.8.2008


Zimmerwechsel im Spielerhotel Luberacki


Von Lars Müller-Appenzeller


Auf Patrick Rittenauer und seinen TC Bad Friedrichshall kommt ein interessantes Wochenende zu. Es geht um den baden-württembergischen Titel. Foto: Alexander Bertok
Tennis - Beim TC Bad Friedrichshall geht es herzlich zu. Boris Borgula sitzt bei einem Teller Pasta, als ihm plötzlich eine Dame um den Hals fällt, ihm einen Kuss auf die Wange drückt und sagt: „Du bist einfach der Bescht: Komme, spiele, gewinne und fort.“ Marianne Luberacki strahlt. Die Spielerin der Damen-50-Mannschaft des TC Bad Friedrichshall steht bei den Heimspielen der Regionalliga-Männer in der Küche und betreibt seit Jahren mit ihrem Mann Franz „unser Spielerhotel“, wie Volker Eitrich, der Erste Vorsitzende mit einem Augenzwinkern sagt.
Im Spielerhotel des TC Bad Friedrichshall in Hagenbach hat es vor dem großen Saisonfinale einen Zimmerwechsel gegeben: Am Samstag gegen den SSV Ulm 1846 und am Sonntag im designierten Endspiel um den Titel gegen den TC SW Neckarau (Beginn jeweils 11 Uhr, der Eintritt ist frei) soll erstmals bei einem Heimspiel die finnische Doppelspitze Timo Nieminen und Lauri Kiiski aufschlagen. Boris Borgula hat wie berichtet Abschied vom Verein genommen.
Acht Jahre lang war Borgula Gast unter dem Dach der Luberackis. „Boris hat früher seinen Vater mitgebracht, auch seine Freundin“, sagt die Herbergsmutter. Der letzte große Auftritt des 31 Jahre alten Slowaken war am ersten Heimspielwochenende vor zwei Wochen. Da hatte der Hotelgast für seine zwei Einzel- und zwei Doppel-Siege den Kuss von der Chefin bekommen. „Bei Marianne und Franz, das ist wie mein Zuhause“, hat Borgula damals gesagt. Tennisprofis wohnen sonst im Hotel. Borgula: „Da ist man alleine, das macht keinen Spaß.“ Beim TC Bad Friedrichshall setzen sie auf Familie, Spaß und Emotionen. Hier geht es herzlich zu.
Wie Urlaub
Das weiß auch Lauri Kiiski zu schätzen. Er wohnt seit Anfang Juli ununterbrochen bei den Luberackis, fährt gemütlich mit dem Fahrrad rüber auf die Anlage am Kocherwald ins Training und zu den Heimspielen. Sportwart Udo Graser hat beispielsweise gleich am Anfang mit dem Neuzugang einen Stadtrundgang durch Bad Wimpfen gemacht, eine Besteigung des Blauen Turms inklusive. „Das war der Höhepunkt meiner ersten Woche hier“, sagt der Finne und zeigt strahlend seine Zähne. So bekommt die Arbeit einen Hauch von Urlaub.
„Lauri ist ganz arg reizend nett, alle hier bei uns“, sagt Marianne Luberacki, die mit ihren Damen 50 in der Württembergliga spielt. Ihr Mann ist Vergnügungswart beim TC Bad Friedrichshall und gleichzeitig der inoffizielle Fahrdienst. Die große Tennis-Familie sitzt oft zusammen.
Noch ist nicht klar, wann der neue Gast kommt. Der finnische Daviscup-Spieler Timo Nieminen spielt derzeit beim Challenger-Turnier in Tampere. Im Doppel steht er im Halbfinale, das erst heute gespielt wird. Trainer Dirk Schwarzer sagt: „Er ist informiert, dass er kommen soll.“ Es könnte also durchaus sein, dass Schwarzer erstmals in dieser Saison nur einen Ausländer auf den Platz schicken kann und im Spielerhotel ein Zimmer frei bleibt – ausgerechnet am entscheidenden Wochenende. Wenngleich die Situation „für Außenstehende verwirrend“ ist und „viele Unbekannte im Spiel“ sind, betont Schwarzer: „Wir wollen baden-württembergischer Meister, sprich Erster werden.“
So sieht die Ausgangslage aus: Bad Friedrichshall ist mit 4:1 Siegen Tabellenzweiter hinter Neckarau (5:0), das in Bestbesetzung antreten dürfte (Schwarzer: „Sie haben verstehen lassen, dass sie wieder in die 2. Bundesliga wollen“). Gesetzt, dass der Spitzenreiter am Samstag beim Schlusslicht Wiesloch gewinnt und auch Friedrichshall gegen die auf Platz fünf liegenden Ulmer (2:3) seine Hausaufgaben macht, steht am Sonntag ein Endspiel an – dem noch ein weiteres folgen könnte.


Presse HnSt 23.7.2008


In der Zwickmühle

Von Lars Müller-Appenzeller

Weiße Kappe, weiße Weste: Chris Groh aus Crailsheim hat alle seine bisherigen drei Einzel und drei Doppel der Saison für den TC Bad Friedrichshall gewonnen.
Tennis - Tennis ist relativ einfach: Wer den letzten Punkt gewinnt, der ist der Sieger. Bei Mannschaftsspielen wie in der Regionalliga Baden-Württemberg – der TC Bad Friedrichshall ist hier nach drei Spieltagen Tabellenführer – wird die Sache aber etwas komplizierter. Obwohl die Saison mit sieben Spielen kurz und somit gut planbar ist, gibt es immer wieder Überraschungen, weil Mannschaften nicht mit ihrer bestmöglichen Aufstellung antreten. Volker Eitrich, Erster Vorsitzender des TC Bad Friedrichshall, gibt zu: „Wir sind in der Zwickmühle.“
Sicher ist, dass die Friedrichshaller in den Auswärtsspielen am Samstag beim TC Karlsruhe Rüppurr und am Sonntag beim TC Weinheim „in voller Besetzung“ (Eitrich) spielen werden. Also werden die Heroen des vergangenen Wochenendes auflaufen: Lauri Kiiski, Peter Mayer-Tischer, Chris Groh, Boris Borgula, Ralph Knupfer, Bastian Schütz und Patrick Rittenauer. Eitrich spielt die Möglichkeiten durch: „Kassieren wir zwei Niederlagen, wäre das schlecht, denn dann wäre der Aufstieg abgehakt. Holen wir zwei Siege, gilt es am Sonntagabend eine Entscheidung zu treffen.“
Volker Eitrich, Sportwart Udo Graser, Kassier Mike Stumpp und Trainer Dirk Schwarzer müssen dann die Fragen beantworten: Sind am 9./10. August, wenn die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga anstehen, alle Spieler da? Und würden 2009 alle in der 2. Bundesliga spielen? Und bei allem gilt, so Volker Eitrich: „Wir müssen an unser Budget denken. Und wollen ein Déjà-vu-Erlebnis vermeiden.“ Vor zwei Jahren waren die Friedrichshaller Erster geworden, um dann doch nicht in den Aufstiegsspielen anzutreten – was für gehörigen Ärger gesorgt und fast zum Zwangsabstieg geführt hatte. Schwarzer sagt deshalb: „Das ist eine ernstzunehmende Problematik. Aber es wäre Unsinn, jetzt einen Gang zurückzuschalten.“
Zumal Rüppurr nun die Tabelle auf den Kopf stellen will. Chris Groh erklärt: „Die Karlsruher spielen anfangs mit niemand.“ Und sind mit ihrer bisherigen B-Mannschaft ohne Sieg Letzter. „Am Ende spielen sie mit allen.“ Da sie Letzter sind und am Wochenende zwei Heimspiele haben, dürfte das Ende erreicht sein. Groh: „Das ist Sch..., das ist Wettbewerbsverzerrung.“ Schwarzer: „Das ist ungesund fürs Mannschaftstennis. Eine gewisse Kontinuität sollte gewährleistet bleiben.“
Auch der TC Weinheim soll für den Sonntag eine Überraschung parat haben: „Wir haben läuten hören“, so Schwarzer, „dass Simon Stadler diese Saison vier Einsätze haben wird. Bisher hat er nicht gespielt...“ Aber auch ohne Stadler ist Weinheim (2:1-Siege) stark. „Für uns gibt es jetzt keine Mannschaft mehr, die wir nicht schlagen können“, sagt Dirk Schwarzer selbstbewusst. Er wird übrigens am Samstag wegen einer Weiterbildung, die seit Montag in Berlin stattfindet, nicht mit von der Partie sein; Peter Mayer-Tischer hat das Training übernommen. Dirk Schwarzer fehlt erstmals, ist aber entspannt und sagt: „Die Mannschaft läuft, sie steht, hat Struktur.“
Tennis kann relativ einfach sein.


PRESSE : HNST 21.7.2008

Jetzt ist der TC Bad Friedrichshall der Gejagte

Von Lars Müller-Appenzeller

Die Nummer eins als Schirmherr: Lauri Kiiski, der neue Finne beim TC Bad Friedrichshall, hat bei seiner Heimspielpremiere voll überzeugt und am Sonntag gegen den TC Radolfzell den entscheidenden fünften Punkt gemacht.l
Tennis - Immer wieder wurden die gleichen Worte gestammelt: „Wahnsinn“, „unglaublich“, „well done“. Als Lauri Kiiski gestern Nachmittag seinen zweiten Matchball verwandelt und gegen den klar favorisierten TC Radolfzell mit dem 5:1 bereits nach den Einzeln den Sieg klar gemacht hatte, mussten sie beim TC Bad Friedrichshall erst einmal tief durchatmen. Trainer Dirk Schwarzer klatschte sich mit seinen Spielern ab, die sich und Kiiski beglückwünschten. Wahnsinn. Unglaublich.
Gut gemacht: Der TC Bad Friedrichshall ist nach drei Spieltagen in der Regionalliga Baden-Württemberg ungeschlagen Tabellenführer und hat somit das Saisonziel, den Klassenerhalt, vorzeitig erreicht. Vor einer Woche gab es in Wiesloch einen 6:3-Sieg, dem am ersten Heimspielwochenende am Samstag ein 7:2 gegen den TC Tiengen und gestern vor 250 Zuschauern ein 6:3 gegen Radolfzell folgten. Schwarzer erleichtert: „Das ganze Wochenende ist klasse gelaufen. Jetzt ist der Druck erst einmal weg.“
Voll konzentriert Tiengen, der Gast vom Rhein aus der Nähe von Waldshut, hatte am Samstag keine Chance gehabt. „Wir waren alle voll konzentriert und haben klare Siege gelandet“, bilanzierte Dirk Schwarzer. Am Sonntag kam noch das nötige Glück hinzu. Beispielsweise der kuriose Matchball von Patrick Rittenauer: Der Radolfzeller Simon Schwarzkopf verlor beim Aufschlag den Schläger, die Friedrichshaller Nummer sechs kam gerade noch an den Ball, doch bis Schwarzkopf das Arbeitsgerät wieder in der Hand hielt, war die Filzkugel bereits das zweite Mal aufgesprungen. „So gut habe ich schon lange nicht mehr gespielt“, sagte Rittenauer nach dem 1:0. „Das war der Startschuss für uns“, kommentierte Schwarzer.
Neben Rittenauer gelang vor allem Peter Mayer-Tischer ein ganz starkes Stück: Nach dem mit 6:4 gewonnenen ersten Durchgang deuteten sich Ende des zweiten Satzes bei ihm Krämpfe in den Beinen an, der Satz ging mit 5:7 im Tiebreak verloren. Im dritten Satz musste er sein Spiel umstellen („Ich brauche meine Beine für mein Spiel“): Er lief wenig, riskierte viel, rettete sich in den Tiebreak und gewann diesen gegen Tomas Jecminek klar mit 7:2. Was beim 1:8 der Bad Friedrichshaller vor einem Jahr in Radolfzell nicht geklappt hatte – sechs der neun Partien wurden im dritten Satz entschieden und das jeweils zu Ungunsten von Boris Borgula & Co. – nahm diesmal ein gutes Ende aus Sicht der Mannschaft von Dirk Schwarzer. Der sagte: „Damals waren sie uns klar überlegen.“ Diesmal war es ein Duell auf Augenhöhe.
Alle mühten sich, alle bekamen wohlverdienten Applaus – aber einer bekam besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt: Lauri Kiiski. „Ist das der neue Finne?“, wurde immer wieder gefragt. Ja, das ist der neue Finne. Nach der Niederlage in Wiesloch – damals war er hinter seinem Landsmann Timo Nieminen noch die Nummer zwei – holte er zu Hause jeweils den fünften Punkt. „Das war für ihn, als auch für das Team sehr wichtig“, sagte Schwarzer. Es geht ums sportliche Ansehen. „Das erste Spiel zu Hause ist immer besonders wichtig“, sagte auch der 27 Jahre alte Student aus Tampere am Samstag. „Obwohl der Gegner besser war als in Wiesloch habe ich diesmal gewonnen.“ Bleibt die Frage: Wo führt diese Siegesserie hin?


Für Norman Bingeser, Trainer des TC Radolfzell, ist klar: „Bad Friedrichshall ist ganz klar ein Aufstiegskandidat.“ Dirk Schwarzer bleibt bescheiden: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.“ Das letzte Wort hat Volker Eitrich, Erster Vorsitzender des TC Bad Friedrichshall: „In den nächsten Tagen müssen wir uns nun überlegen, was wir wollen.“
TC Bad Friedrichshall – TC RW Tiengen 7:2
Lauri Kiiski - Dekel Valtzer 6:4, 6:4; Peter Mayer-Tischer - Stefan Kilchhofer 6:3, 4:6, 1:6; Chris Groh - David Stojan 6:2, 6:3; Boris Borgula - Roman Schirmaier 6:0, 6:0; Ralf Knupfer - Timo Beha 6:4, 6:0; Patrick Rittenauer - Thomas Petrich 6:1, 6:1. - Kiiski/Borgula - Valtzer/Kilchhofer 7:6, 5:7, 7:6; Mayer-Tischer/Groh - Stojan/Petrich 6:1, 6:2; Knupfer/Schütz - Schirmaier/Beha 2:6, 2:6.
TC Bad Friedrichshall - TC Radolfzell 6:3
Lauri Kiiski - Ivo Mijic 6:2, 3:6, 6:3; Peter Mayer-Tischer - Tomas Jecminek 6:4, 6:7; 7:6; Chris Groh - Markus Krenn 6:3, 6:4; Boris Borgula - Bastian Faißt 6:4, 7:6; Ralf Knupfer - Markus Andresen 6:7, 0:6, Patrick Rittenauer - Simon Schwarzkopf 6:2, 7:5. - Kiiski/Rittenauer - Jecminek/Andresen 1:6, 5:7; Mayer-Tischer/Schütz - M. Krenn/C. Krenn 4:6, 0:6; Borgula/Groh - Schwarzkopf/Hegge 4:6, 6:2, 7:6.

Zwei Tennisbälle und ein kluger Kopf: Der 27 Jahre alte Mann aus Tampere studiert und fährt stets mit dem Fahrrad auf die Anlage des TC Bad Friedrichshall.
Immer cool bleiben: Der Finne hat sich aus jedem kleinen Tief herausgezogen.


Presse : HnST 18.7.2008

Bad Friedrichshall hofft das Beste

Von Lars Müller-Appenzeller

Kommt er? Kommt er nicht? Boris Borgula war am Donnerstag noch in Syrien. Trainer Dirk Schwarzer sagt: „Ich gehe davon aus, dass er kommt.“Foto: Dittmar Dirks
Tennis - Sportler sind gut beraten, positiv zu denken, immer das Beste zu hoffen. Denn der Optimist wird eher Erfolg haben als der Pessimist. Dirk Schwarzer, Trainer der Regionalliga-Mannschaft des TC Bad Friedrichshall, ist von Berufs wegen Optimist – und Realist. Deshalb sagt er vor dem ersten Heimspielwochenende seiner Mannschaft: „Ziel am Wochenende ist es, aus den zwei Spielen einen Punkt zu holen.“
Morgen empfängt der Tabellenzweite den TC RW Tiengen, am Sonntag Tabellenführer TC Radolfzell. Die Mannschaft vom Bodensee hatte am ersten Spieltag zu Hause die Tiengener mit 7:2 (5:1 nach den Einzeln) besiegt. „Gegen Tiengen sind wir in der Favoritenrolle, gegen Radolfzell sind wir Außenseiter“, umreißt Schwarzer die Lage.
Dirk Schwarzer ist entspannt. Das liegt vor allem am 6:3-Auftaktsieg vom Sonntag in Wiesloch – wer alle drei Doppel gewinnt, kann ruhig schlafen. Zudem sind alle Spieler gesund. Aber es gäbe durchaus Grund zur Unruhe. Es könnte bei der Aufstellung ein Problem geben. Grundsätzlich hat der Trainer die Wahl: „Wir haben sehr gut trainiert, alle haben einen sehr starken Eindruck hinterlassen, vor allem Ralph Knupfer. Und wir haben eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft.“ Klar ist, dass Spitzenspieler Timo Nieminen diesmal nicht dabei sein wird, da er mit Finnland im Daviscup heute gegen Luxemburg das Eröffnungseinzel gegen Gilles Muller bestreitet.
Noch nicht klar ist, wann der Slowake Boris Borgula in Bad Friedrichshall eintreffen wird. Er weilte, so Schwarzer, mit einem Spieler, den Borgula betreut, gestern noch in Syrien auf einem Turnier. „Ich gehe davon aus, dass Boris rechtzeitig kommt“, sagt Schwarzer. „Ich gehe immer vom Besten aus.“ So sind Menschen, die den Erfolg planen. Für sie gibt es keine Probleme, höchstens Herausforderungen.
So oder so werden an diesem intensiven Wochenende alle Bad Friedrichshaller Spieler zum Einsatz kommen. Wie die Gäste antreten werden, ist reine Spekulation. Dirk Schwarzer lässt deshalb den Gegner Gegner sein und macht jedem seiner Spieler noch einmal seine Stärken klar. Das ist bei der Nummer eins, dem neuen Finnen Lauri Kiiski, nicht einfach. Schwarzer: „Ich kenne ihn noch nicht so gut.“ Über seine anderen Spieler sagt er:
„Peter Mayer-Tischer hat viel Erfahrung. Er macht keine komischen Sachen, spielt sehr solide.“
„Christian Groh hat eine optimale Beinarbeit. Sportwart Udo Graser hat das am Sonntag gefilmt. Wir werden Christian das Video zeigen.“
„Boris Borgula wird hier in guter Form erscheinen. Er spielt die siebte, achte Saison hier. In Österreich hat er kürzlich in der Liga gespielt und das erfolgreich.“
„Ralph Knupfer erkennt früh, wo der Gegner die Bälle hinspielt.“
„Bastian Schütz ist ein ganz großer Kämpfer. Gegen ihn ist es ganz schwer, die Bälle totzumachen.“
„Patrick Rittenauer hat einen starken Aufschlag und in engen Situationen eine gewisse Coolness.“
Dirk Schwarzer hofft also das Beste. Und das wäre der Klassenerhalt. Mit zwei Siegen nach drei Spielen wäre das Beste sehr nah.